„Ehre, wem Ehre gebührt“
Auf der Jahreshauptversammlung der Schnalzervereinigung Rupertiwinkel wurde einstimmig die neue „Ehrenordnung“ beschlossen.
Der Tradition entsprechend fanden sich am letzten Sonntag vor dem Advent die Schnalzer aus dem Rupertiwinkel und dem angrenzenden Flachgau in Saaldorf zum Jahrtag ein. Nach dem feierlichen Gedenkgottesdienst in der Pfarrkirche St. Martin, die vom Kirchenchor musikalisch gestaltet wurde, ging es zur Jahreshauptversammlung in die Mehrzweckhalle Saaldorf. Dort hatte der Schnalzerverein Saaldorf schon alles perfekt vorbereitet – Bestuhlung, Beschallung und Verköstigung. Musikalisch wurde die Versammlung von der jungen Saaldorfer Tanzlmusi umrahmt. 1. Vorstand Rudi Roider konnte zu Beginn der Versammlung zahlreiche Ehrengäste begrüßen sowie viele Schnalzer von „drent und herent“. Der besondere Dank des Vorstands galt vorab schon Pfarrer Roman Majchar für die Feier der Hl. Messe ,der Gemeinde Saaldorf-Surheim für die Benutzung der Mehrzweckhalle sowie dem Schnalzerverein Saaldorf.
Nach dem Totengedenken folgte der Bericht des Kassiers Gerhard Hatheier, der eine leichte Erhöhung des Kassenstands zu vermelden hatte. Die Kassenprüfung hatte stattgefunden und aufgrund der einwandfreien Kassenführung stellte Kassenprüfer Simon Siglbauer den Antrag auf Entlastung, dem einstimmig Genehmigung erteilt wurde.
In seinem ausführlichen Bericht über die Termine der letzten Saison bedankte sich Vorstand Rudi Roider nochmals beim Schnalzerverein Ainring für hervorragende Ausrichtung des Rupertigaupreisschnalzens im letzten Winter. Auch dankte er den Leustettener Schnalzern für ihre „schweißtreibende“ Teilnahme am Gaufest in Traunstein im Juli dieses Jahres. Wichtig ist auch, dass die Schnalzer immer in sauberer und angemessener Tracht auftreten und so als Träger des Brauchtums wahrgenommen werden. 2. Vorstand Toni Langwallner gab einen kurzen Überblick zu den Geschehnissen im Salzburger Flachgau. Jugendvertreter Sepp Galler dankte allen engagierten Kinder- und Jugendtrainern und wies darauf hin, dass es für Aktivitäten mit Kinder- und Jugendpassen weiterhin einen Zuschuss der Schnalzervereinigung gibt. Preisrichterobmann Peter Edfelder kann mittlerweile auf 10 Preisrichter von der Salzburger Seite und auf 16 Preisrichter aus dem Rupertiwinkel zurückgreifen, also die Bemühungen – auch hier – um Nachwuchs tragen Früchte.
Natürlich war die Versammlung sehr interessiert, wie es mit den nächsten Rupertigaupreisschnalzen ausschaut. Kirchanschöring sei für das 71. Rupertigaupreisschnalzen am 7./8. Februar 2026 schon gut vorbereitet. Festleiter Andreas Heidenthaler vom örtlichen Trachtenverein gab die genauen Termine bekannt und wies insbesondere daraufhin, dass am Freitag vor dem Bewerb eine Faschingsgaudi mit Barbetrieb geplant ist. Diese findet auch im Festzelt statt, das am 30./31. Januar aufgestellt wird – Helfer sind willkommen. Bürgermeister Hans-Jörg Birner ist stolz, dass seine Gemeinde 2026 zum vierten Mal das große Preisschnalzen ausrichtet – nach 1960, 1990 und 2006.

Bild: Bürgermeister Hans-Jörg Birner und Festleiter Andreas Heidenthaler erläutern das Rupertigaupreisschnalzen 2026 in Kirchanschöring
Für 2027 konnte Obmann Patrick Sturm aus Loig berichten, dass die Loiger Schnalzer schon eifrig am Organisieren sind. Es wir eine besonders kurze Saison, das Preisschnalzen 2027 ist bereits am 30./31. Januar! Auch in Loig wird wieder ein Bierzelt aufgebaut.
Für 2028 ist leider kein Ausrichter soweit benannt worden. Die Schnalzer aus Perach haben ihre Bewerbung zurückgezogen, weil sie die bauliche Situation an der Sporthalle Mitterfelden bis dahin nicht abschätzen können. Sie sind weiter motiviert, aber die Versammlung hat für diesen Rückzieher Verständnis. Leider hat sich trotz diversen Nachfragen noch kein Interessent für die Ausrichtung des Rupertigaupreisschnalzens 2028 gefunden. Vorstand Rudi Roider bat alle Schnalzer, weiter über Optionen nachzudenken. Ja, die Ausrichtung der Großveranstaltung ist sicher herausfordernd, aber durchaus zur besten Zufriedenheit machbar. Das zeigten ja die letzten großen Preisschnalzen!
Schließlich wurde zum wichtigen Tagesordnungspunkt „Ehrenordnung“ übergeleitet. Diese wurde neu aufgesetzt vom Vorstand und dem Ausschuß der Schnalzervereinigung und war den Versammlungsteilnehmern im Vorfeld mit der Einladung zugegangen. Christian Perreiter, Organisationsleiter im Vorstand der Schnalzervereinigung, hatte sich hierzu in den letzten Monaten viele Gedanken gemacht und trug die jetzt vorliegende Fassung der Versammlung vor.
Wesentliche Beweggründe für die Erstellung dieser Ehrenordnung sind:
- Die Anzahl der langjährigen Schnalzer wächst. Etliche davon haben sich Verdienste erworben im lokalen Umfeld oder Aufgaben im weiteren Umkreis für das Schnalzerbrauchtum übernommen. Daher sind die bisher möglichen Ehrungen zu wenig und zunehmend einschränkend.
- Anträge auf Ehrungen müssen von den lokalen Schnalzer- oder Trachtenvereinen oder Passen gestellt werden und damit auch begründet werden.
- Mit der in der Satzung festgelegten Zahl auf 10 lebende Träger des Goldenen Schnalzerabzeichens wird man der Lebenserwartung und der großen ehrenamtlichen Tätigkeit in der Schnalzergemeinschaft nicht mehr gerecht.

Bild: Organisationsleiter Christian Perreiter stellt die neue Ehrenordnung vor
Konkret bedeutet dies, dass zu den bisherigen Ehrenzeichen – Gold, Silber mit Goldrand, Silber – nun das bronzene Ehrenzeichen hinzukommt – sozusagen als „Einstieg“, als Anerkennung für regionale Aktivitäten. Die Kriterien zur Vergabe der bisherigen Ehrenzeichen werden „angehoben“. Das Goldene Schnalzerabzeichen soll künftig an 15 lebende Mitglieder vergeben werden, wobei ausgeschlossen ist, dass dieses Abzeichen an Mäzene und/oder Politiker vergeben wird. Allerdings braucht es zur endgültigen Umsetzung (insbesondere bezüglich des Goldenen Abzeichens) eine Satzungsänderung, die bis zur nächsten Hauptversammlung im November 2026 entsprechend vorbereitet wird. Dennoch kann die neue Ehrenordnung im wesentlich ab sofort angewendet werden.
Vor der Abstimmung über die neue Ehrenordnung kam noch die Frage, wer denn künftig diese Ehrenzeichen übergibt. Dies wird sicher abhängig sein vom jeweiligen Zeichen und vom passenden Rahmen – ob ein Vertreter des lokalen Vereins oder aber ein Vertreter der Schnalzervereinigung entsprechend anwesend sein wird. Dann stimmte die Versammlung einstimmig und ohne Gegenstimme für die neue Ehrenordnung, die in den nächsten Tagen auch bereits auf www.schnalzen.de einsehbar sein wird.
Nach den Grußworten der Gäste – hier wies speziell Gauvorstand Michi Hauser drauf hin, dass Vereine sich immer zutrauen sollten, große Brauchtumsveranstaltungen (siehe Gaufest) zu organisieren – wurden noch einige Termine bekanntgegeben. Ludwig Mittermaier von den Surheimer Schnalzer wies darauf hin, dass nach dem Gebietspreisschnalzen in Surheim am 17. Januar (Samstag) noch eine Faschingsgaudi in der Mehrzweckhalle geplant ist.
Schließlich konnte Vorstand Rudi Roider die Versammlung beschließen mit den besten Wünschen für eine besinnliche Vorweihnachtszeit, frohe Weihnachten und dann eine erfolgreiche Schnalzersaison.
Bericht: Marianne Hauser

