Das Feuer weiter reichen, anstatt die Asche zu bewahren
Schnalzer-Auszeichnungen für Franz Huber sen., Rudolf Roider sen. und Johann Huber
Kirchanschöring. Heimat. Brauchtum. Tradition. Drei starke Worte mit Signalwirkung, Aussagekraft und Aufforderung zum Erhalt der regionalen Bräuche und Traditionen der Heimat. In unserer Region sind es gerade die ehrenamtlich tätigen Personen, die sich genau das zur Aufgabe machen. Sie verstehen es, Generationen das Feuer, das in ihnen brennt weiterzugeben. Franz Huber sen., Rudolf Roider sen., und Johann Huber zählen zu diesem Personenkreis. Sie zeichnet ihre Schaffenskraft und ihr Einsatz rund um das Aperschnalzen in Kirchanschöring aus. Als Dank und Anerkennung wurde ihnen vor großem Publikum in feierlichen Rahmen anlässlich des 71. Rupertigau-Preisschnalzens im Festzelt in Kirchanschöring besondere Ehre zuteil. Franz Huber sen., der „Bauer z´ Hof“ – wie ihn alle nennen – konnte leider krankheitsbedingt nicht persönlich anwesend sein, um seine Auszeichnung das „Goldene Schnalzerabzeichen“, die höchste Auszeichnung der Schnalzerverereinigung Rupertiwinkel e. V. entgegen zu nehmen. Die besten Genesungswünsche, ausgesprochen von Rudi Roider, dem 1. Vorsitzenden der Vereinigung unterstrich das Publikum im voll besetzten Zelt mit zustimmendem Applaus. Sobald es der Gesundheitszustand von Franz Huber sen. zulässt, wird die Auszeichnung persönlich übergeben, versprach Roider, der die Laudatio verlas. 5 Jahrzehnte habe der Franz selber geschnalzt, an den heimatlichen Rupertigau-Preisschnalzen 1960 und 1990 selbst teilgenommen, das Großereignis 1990 zusätzlich initiiert und hatte zugleich das Amt des Festleiters inne. Genau vor 20 Jahren, also 2006, als das Rupertigau-Preisschnalzen erneut in seiner Heimatgemeinde Kirchanschöring zu Gast war, fungierte er als Mitorganisator. Trainer, seit 1983 Herbergsvater, Preisrichter beim Gebietsschnalzen, Motivator, das Schnalzerbrauchtum alljährlich in der Grundschule vorstellen – die Liste ist lang, „sein Einsatz unbezahlbar“, wie es Rudi Roider passend beschrieb. „Silber mit Goldrand“ gab es für Johann Huber, der sich im besonderen Maße für die Jugendarbeit bei den Kirchanschöringer Schnalzern verdient gemacht hat. „Seit über 40 Jahren betreut er jedes Jahr die Aperschnalzer der Kirchanschöringer Kinder- und Jugendgruppen, von 1985 bis 2005 bekleidete er das Amt des Schnalzerwartes im Trachtenverein „Edelweiß“ Roth-Kirchanschöring, dem die Schnalzer angehören“ so der Originaltext der Laudatio. Noch heute, über 20 Jahre später bringt sich der Hans mit Rat und Tat ein, um das Brauchtum auch weiterhin zu erhalten. Das „Silberne Schnalzerabzeichen“ durfte an Rudolf Roider sen. verliehen werden. Rudolf Roider sen., der 25 Jahre überörtlich als Preisrichter beim Schnalzen „Rund um den Waginger See“ mit feinem Gehör Verantwortung für die Platzierungen der Passen übernahm, war selbst lange Zeit aktiver Schnalzer in den Kirchanschöringer Jugend- und Allgemeinpassen. Seine Bewertungen fanden stets Anklang in Preisrichterkreisen, weshalb ihn die Kirchanschöringer gerne meldeten.

Bildunterschrift, vlnr: Rudi Roider, Toni Langwallner, 1. bzw. 2. Vorsitzender der Schnalzervereinigung Rupertiwinkel e. V., Rudolf Roider, Johann Huber, Andreas Heidenthaler, 1. Vorsitzender und Festleiter aus Kirchanschöring
© Inge Erb, Gaupressewartin Gauverband I